100% Tempelhofer Feld: Kundgebung am 6. Januar

Jede Stimme zählt: Volksbegehren gegen Bebauung und Kommerzialisierung

Unter dem Motto „Wir leuchten dem Senat heim und erheben unsere Stimme“ lädt die Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ am 6. Januar zu ihrer ersten Kundgebung 2013 ein. Vor gut zwei Wochen startete die Initiative eine Unterschriftenaktion gegen die geplante Bebauung und Umgestaltung des ehemaligen Flughafengeländes. Bis Ende Januar sollen berlinweit mindestens 23.000 Stimmen gesammelt werden, um ein Volksbegehren beim Senat zu beantragen.
Dass etwas so bleiben soll, wie es ist, heißt nicht gegen Fortschritt und Entwicklung zu sein. Die Bürgerinitiative 100% Tempelhofer Feld guckt über den Feldrand hinaus und bewertet die Bebauungsvorhaben des Senats kritisch.

Das Land Berlin ist Eigentümerin des Geländes und des denkmalgeschützten Flughafengebäudes. Geht es nach dem Flächennutzungsplan von 1994, soll das Feld großzügig bebaut werden. Dann könnte es vorbei sein mit der Erholung umsonst und draußen, dann werden unter Umständen auch das bestehende Ökosystem und das Mikroklima in der Innenstadt zerstört bzw. irreparabel verändert.

Aufs Feld kommen alle: Berlinerinnen und Besucher, Großfamilien und kleine Pionierprojekte, Managerinnen und Väter mit Babies. Auf dem 380 Hektar großen Gelände, auch Tempelhofer Park oder Freiheit genannt, ist Platz für alle. Und hier funktioniert fast alles ohne Regeln. An drei Stellen kann gegrillt werden, Hunde haben ihre Auslaufzonen, auf den Wiesen ist es wie im Freibad, nur ohne Wasser. Rund 20 Pionierprojekte haben sich auf dem Feld angesiedelt und über allem gibt es den unendlichen Himmel. Geöffnet ist der Park von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.

Auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt, haben die Berliner Abgeordneten mehr als 150 Millionen Euro Steuergelder für Planung, Entwicklung und Realisierung in den Haushalt eingestellt und zwei landeseigene Gesellschaften mit der Planung beauftragt.

Unser Feld bleibt unbestellt

Die BI 100% Tempelhofer Feld hat schon mit einer ersten Demo im September 2012 gezeigt, dass sie sich für den jetzigen Zustand des Feldes einsetzt. Sie spricht sich dafür aus, dass alle Bürgerinnen und Bürger das Gelände weiter so nutzen wie bisher, und will Kommerzialisierung, Privatisierung und Bebauung verhindern. Es sei unsozial, „eine öffentliche Fläche mit öffentlichen Geldern zu zerstören, um einigen wenigen eine Exklusivnutzung und das Abschöpfen von Gewinnen zu ermöglichen.“

Auf ihrer Website macht die BI eine andere Rechnung auf als der Senat. Danach kostet die Instandhaltung und Beibehaltung des jetzigen Zustands nur einen Bruchteil dessen, was an Bebauungskosten anfallen würde. Das charakteristische Wiesenmeer sei sehr pflegeleicht, „für Pflege und Sicherheitsdienst müssen derzeit weniger als 50 Cent pro Jahr und BerlinerIn aufgewendet werden.“

Rund 3.500 Unterstützer/innen hat die Initiative bereits auf Facebook. Um auch im „echten“ Leben Stimmen zu sammeln, wird am Sonntag beim Feldsingen mit Lampions und Kerzen, Laternen und Feuerzeugen die Unterschriftenaktion fortgeführt und weitere Aktionen diskutiert.

Wir leuchten dem Senat heim und erheben unsere Stimme: 6. Januar, 15.30 bis 18.30 Uhr, Platz der Luftbrücke (Treffpunkt Hungerharke)

Weitere Informationen und Materialien zum Download: 100% Tempelhofer Feld

Grafik: BI 100% Tempelhofer Feld
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